Altersvorsorgedepot ETF-Auswahl: Die besten Indexfonds für die Rente
Lesezeit: ca. 18 Minuten
Stell dir vor: Du bist 35 Jahre alt, verdienst solide, zahlst brav in die gesetzliche Rentenversicherung ein – und weißt trotzdem, dass das nicht reichen wird. Die Rentenlücke ist kein abstraktes Schreckgespenst mehr. Sie ist Realität. Laut aktuellen Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung werden Arbeitnehmer mit einem durchschnittlichen Einkommen im Jahr 2040 nur noch rund 43–46 % ihres letzten Bruttogehalts als gesetzliche Rente erhalten. Wer jetzt nicht handelt, riskiert seinen Lebensstandard im Alter.
Genau hier kommt das Altersvorsorgedepot – und vor allem ETFs – ins Spiel. Seit der Reform des Altersvorsorgeverbesserungsgesetzes, das 2024 verabschiedet wurde und ab 2026 vollständig in Kraft ist, können Anleger ihr gefördertes Altersvorsorgedepot nun flexibler als je zuvor in kostengünstige Indexfonds investieren. Das ist eine Revolution für die private Altersvorsorge in Deutschland.
In diesem Artikel zeige ich dir, welche ETFs sich für dein Altersvorsorgedepot wirklich lohnen, wie du dein Portfolio strategisch aufbaust und welche typischen Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist das Altersvorsorgedepot 2026?
- Warum ETFs die ideale Wahl für die Altersvorsorge sind
- Die besten ETFs für dein Altersvorsorgedepot
- ETF-Vergleichstabelle: Kosten, Rendite & Strategie
- Portfolio-Strategien je nach Lebensphase
- Renditevergleich: ETF-Kategorien auf einen Blick
- Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Steuerliche Aspekte im Altersvorsorgedepot
- FAQ: Häufige Fragen
- Dein Fahrplan zur ETF-basierten Altersvorsorge
1. Was ist das Altersvorsorgedepot 2026?
Das Altersvorsorgedepot ist die neue staatlich geförderte Sparform, die seit dem 1. Januar 2026 offiziell als vollwertige Alternative zur klassischen Riester-Rente gilt. Mit der Reform wurde die Riester-Rente faktisch für Neuverträge abgelöst. Das neue Depot verbindet die steuerlichen Vorteile staatlicher Förderung mit der Flexibilität eines Wertpapierdepots.
Die wichtigsten Eckpunkte im Überblick
Das Altersvorsorgedepot bietet folgende Kernvorteile:
- Staatliche Förderung: Grundzulage von 175 € pro Jahr, Kinderzulage von 300 € je Kind (unter 25 Jahren)
- Steuerlicher Abzug: Beiträge bis zu 3.500 € pro Jahr als Sonderausgaben absetzbar (Stand 2026)
- Flexibler Zugang: Investitionen in ETFs, Aktien und Fonds möglich – kein Versicherungsmantel mehr zwingend erforderlich
- Beitragsgarantie neu geregelt: Nur noch 80 % Beitragsgarantie statt 100 %, was renditestärkere Anlagen ermöglicht
- Auszahlung: Ab dem 62. Lebensjahr möglich (bei Verträgen ab 2026)
Pro Tipp: Wenn du bereits einen alten Riester-Vertrag hast, lohnt sich ein Vergleich, ob eine Übertragung ins neue Altersvorsorgedepot sinnvoll ist. In vielen Fällen überwiegen die Kostenvorteile der ETF-Variante deutlich.
Wer profitiert am meisten?
Besonders attraktiv ist das Altersvorsorgedepot für:
- Familien mit Kindern (aufgrund der hohen Kinderzulage)
- Gutverdiener, die den vollen Steuervorteil ausschöpfen können
- Junge Berufstätige mit langem Anlagehorizont
- Selbstständige, die keine Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung haben
2. Warum ETFs die ideale Wahl für die Altersvorsorge sind
Jahrzehntelang wurden deutsche Sparer mit teuren Lebensversicherungen und unflexiblen Fondspolicen abgespeist. Die Kosten fraßen oft 20–30 % der eingezahlten Beiträge auf. ETFs drehen dieses Spiel komplett um.
Ein Exchange Traded Fund (ETF) bildet einen Index wie den MSCI World oder den FTSE All-World passiv nach. Es gibt keine aktiven Fondsmanager, die hohe Gehälter einstreichen – das Ergebnis sind dramatisch niedrigere Kosten bei gleichzeitig starker Rendite.
Schnell-Szenario: Angenommen, du investierst 200 € monatlich über 30 Jahre. Mit einem aktiven Fonds mit 1,5 % TER erzielst du bei 7 % Bruttorendite am Ende etwa 198.000 €. Mit einem ETF bei 0,2 % TER wären es hingegen rund 227.000 €. Das ist ein Unterschied von fast 30.000 € – nur durch niedrigere Kosten!
Die drei entscheidenden ETF-Vorteile für die Altersvorsorge
1. Niedrige Kosten (TER): Die Total Expense Ratio guter ETFs liegt bei 0,07–0,25 % pro Jahr. Aktive Fonds kosten oft das 5–10-fache. Über Jahrzehnte macht das Zinseszinseffekt-technisch einen enormen Unterschied.
2. Breite Diversifikation: Ein einziger ETF auf den MSCI World investiert in über 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Das reduziert das Einzelaktienrisiko auf ein Minimum – ideal für langfristige Altersvorsorge.
3. Transparenz und Einfachheit: Du weißt jederzeit genau, in was du investiert bist. Keine versteckten Klauseln, keine Intransparenz wie bei manchen Versicherungsprodukten.
„Für die meisten Menschen ist ein einfaches ETF-Portfolio aus zwei oder drei Indexfonds die überlegene Strategie für den Vermögensaufbau. Nicht weil es kompliziert wäre – sondern weil es so einfach ist.“ – Prof. Martin Weber, Universität Mannheim, Verhaltensökonom und Finanzmarktforscher
3. Die besten ETFs für dein Altersvorsorgedepot
Nicht jeder ETF ist gleich gut für die Altersvorsorge geeignet. Wir schauen uns die wichtigsten Kategorien und konkrete Empfehlungen an – mit dem Fokus auf Qualität, Kosten und Langfristigkeit.
Kategorie 1: Welt-ETFs als Kernbaustein
Der Grundpfeiler jedes soliden Altersvorsorgedepots sollte ein breit diversifizierter Welt-ETF sein. Diese Kategorie deckt die Basis ab und sorgt für stabile, marktnahe Renditen.
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Acc) – ISIN: IE00B3RBWM25
Dieser Klassiker investiert in über 3.700 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Die TER beträgt lediglich 0,22 %. Die annualisierte 10-Jahres-Rendite liegt bei rund 11,4 % (Stand Ende 2025). Er thesauriert, was im Altersvorsorgedepot steuerlich oft vorteilhaft ist.
iShares Core MSCI World UCITS ETF – ISIN: IE00B4L5Y983
Einer der günstigsten und liquidesten ETFs weltweit. TER: 0,20 %. Fokus auf 1.400+ Unternehmen aus 23 Industrieländern. Schwellenländer sind ausgeschlossen – das kann je nach Strategie ein Vor- oder Nachteil sein.
Kategorie 2: Schwellenländer-ETFs für Wachstum
Wer den Wachstumsmotor Asiens und anderer Emerging Markets anzapfen möchte, ergänzt seinen Kernbaustein mit einem Schwellenländer-ETF.
Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF (Acc) – ISIN: IE00BTJRMP35
TER: 0,18 %. Deckt Märkte wie China, Indien, Brasilien und Taiwan ab. Indien hat 2025 China als größten Einzelmarkt im Index überholt – ein struktureller Wandel, der Wachstumspotenzial signalisiert.
Praxisbeispiel: Markus, 38 Jahre alt, Ingenieur aus München, setzt seit 2023 auf eine 70/30-Strategie: 70 % MSCI World, 30 % MSCI Emerging Markets. Sein Depot hat seitdem eine annualisierte Rendite von 12,1 % erzielt. „Ich überprüfe mein Portfolio zweimal im Jahr und passe das Gewicht gegebenenfalls an. Mehr mache ich nicht – und das ist gut so“, erzählt er.
Kategorie 3: Dividend-ETFs für Einkommensstrategie
Im Rentenalter kann es sinnvoll sein, auf dividendenstarke ETFs umzuschichten. Diese liefern regelmäßige Ausschüttungen – quasi ein eigener „Gehaltsersatz“.
Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF – ISIN: IE00B8GKDB10
TER: 0,29 %. Aktuelle Dividendenrendite (2026): ca. 3,4 %. Fokus auf etablierte, dividendenstarke Unternehmen weltweit. Ideal für die Auszahlungsphase.
Kategorie 4: Anleihen-ETFs für Stabilität
Gerade in der Nähe des Rentenalters (ab ca. 55 Jahren) empfiehlt sich eine Beimischung von Anleihen-ETFs, um das Depot gegen starke Marktschwankungen abzusichern.
iShares Core Euro Government Bond UCITS ETF – ISIN: IE00B4WXJJ64
TER: 0,07 %. Investiert in Staatsanleihen der Eurozone. Mit der Zinsnormalisierung seit 2023 sind Anleihen-ETFs wieder attraktiver geworden – die Rendite liegt aktuell bei rund 3,1 % p.a.
4. ETF-Vergleichstabelle: Kosten, Rendite & Strategie
| ETF Name | TER | Ø 10J-Rendite | Anzahl Titel | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Vanguard FTSE All-World (Acc) | 0,22 % | ~11,4 % p.a. | 3.700+ | Alle Phasen |
| iShares Core MSCI World | 0,20 % | ~12,1 % p.a. | 1.400+ | Aufbauphase |
| Xtrackers MSCI Emerging Markets | 0,18 % | ~7,3 % p.a. | 1.200+ | Wachstumsphase |
| Vanguard FTSE All-World High Div. | 0,29 % | ~9,2 % p.a. | 1.800+ | Auszahlungsphase |
| iShares Core Euro Govt Bond | 0,07 % | ~3,1 % p.a. | 350+ | Sicherheitsphase |
*Renditeangaben basieren auf historischen Daten bis Ende 2025. Vergangene Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
5. Portfolio-Strategien je nach Lebensphase
Die beste ETF-Strategie hängt stark davon ab, wie weit du noch vom Rentenalter entfernt bist. Hier ist die Faustregel: Je jünger du bist, desto mehr Risiko kannst du dir leisten – weil du Marktschwankungen aussitzen kannst.
Phase 1: Aufbauphase (20–45 Jahre) – Vollgas auf Wachstum
In dieser Phase gilt: Risiko ist dein Freund. Kursschwankungen sind kein Problem, sondern eine Chance – du kaufst bei günstigeren Kursen mehr Anteile. Empfohlene Allokation:
- 70 % MSCI World ETF (globale Industrieländer)
- 20 % MSCI Emerging Markets ETF (Schwellenländer-Wachstum)
- 10 % Small Cap ETF (z.B. MSCI World Small Cap für zusätzliche Rendite)
Sparrate: Mindestens 15 % des Nettoeinkommens. Mit dem Altersvorsorgedepot kannst du die staatliche Förderung on top nutzen und deinen effektiven Beitrag erhöhen.
Phase 2: Konsolidierungsphase (45–57 Jahre) – Balance zwischen Risiko und Sicherheit
Jetzt beginnt die schrittweise Umschichtung. Nicht zu schnell, nicht zu abrupt. Du willst Gewinne sichern, ohne auf weiteres Wachstum komplett zu verzichten. Empfohlene Allokation:
- 60 % MSCI World oder FTSE All-World ETF
- 20 % Dividenden-ETF (langsamer Aufbau der Einkommenskomponente)
- 20 % Anleihen-ETF (Eurozone Staatsanleihen oder globale Anleihen)
Phase 3: Auszahlungsphase (ab 62 Jahren) – Einkommen statt Wachstum
Im Rentenalter willst du aus deinem Depot leben können. Hier gibt es zwei Ansätze:
Entnahmeplan: Du entnimmst jährlich 3–4 % deines Depotwertes. Bei 300.000 € Depotgröße wären das 9.000–12.000 € pro Jahr zusätzlich zur gesetzlichen Rente. Studien (u.a. die Trinity-Studie aus den USA) zeigen: Eine 4 %-Entnahmerate hält statistisch gesehen über 30 Jahre stand.
Dividendenstrategie: Du stellst dein Depot auf ausschüttende ETFs um und lebst von den Dividenden – ohne Anteile verkaufen zu müssen. Psychologisch angenehmer, aber etwas weniger flexibel.
Fallbeispiel: Ingrid, 63 Jahre alt, Lehrerin aus Hamburg, hat seit 2012 konsequent in ihren MSCI World ETF gespart. Ihr Depot hat Ende 2025 einen Wert von 387.000 € erreicht. Gemeinsam mit ihrer Rente von 1.450 € monatlich entnimmt sie jetzt 4 % ihres Depots pro Jahr (ca. 1.290 € monatlich). Ergebnis: komfortable 2.740 € monatliches Gesamteinkommen – ohne ihren Lebensstandard einschränken zu müssen.
6. Renditevergleich: ETF-Kategorien auf einen Blick
Die folgende Visualisierung zeigt die durchschnittlichen historischen Jahresrenditen verschiedener ETF-Kategorien (Basis: 10-Jahres-Zeitraum bis Ende 2025):
Ø Jahresrendite nach ETF-Kategorie (10 Jahre, bis 2025)
*Historische Renditen. Keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
7. Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Selbst mit dem besten ETF-Portfolio kann man Fehler machen. Hier sind die drei häufigsten Stolperfallen – und wie du sie elegant umgehst.
Fehler 1: Zu häufiges Handeln
Die Versuchung ist groß: Märkte fallen, du wirst nervös, du verkaufst. Das ist der teuerste Fehler überhaupt. Eine Studie von Dalbar (2025) zeigt: Der durchschnittliche Privatanleger erzielt nur 4,6 % Rendite p.a. – obwohl der Markt im gleichen Zeitraum 10,5 % lieferte. Der Grund? Emotionale Entscheidungen und falsches Timing.
Lösung: Richte einen automatischen Sparplan ein und überprüfe dein Depot maximal zweimal pro Jahr. Mehr ist weniger. Du bist langfristiger Investor, kein Trader.
Fehler 2: Zu viele ETFs (Diworsification)
Manche Anleger glauben, mehr ETFs bedeuten mehr Diversifikation. Das Gegenteil ist oft der Fall. Mit 15 verschiedenen ETFs hast du mehr Verwaltungsaufwand, höhere Transaktionskosten und am Ende oft eine Rendite, die kaum besser ist als mit 2–3 gut gewählten Kernbausteinen.
Lösung: Starte mit einem bis maximal drei ETFs. Ein FTSE All-World Thesaurierer deckt allein schon über 90 % der investierbaren Weltmarkkapitalisierung ab – das reicht für die meisten Anleger vollkommen aus.
Fehler 3: Auf die Förderung verzichten
Viele Anleger bauen ihr ETF-Portfolio außerhalb des Altersvorsorgedepots auf und lassen so wertvolle staatliche Förderung liegen. Gerade für Familien mit Kindern und für Gutverdiener ist das ein vermeidbarer Fehler.
Lösung: Berechne zuerst, ob und wie viel staatliche Förderung du im Altersvorsorgedepot erhältst. Zahle zunächst den Mindestbetrag für die volle Förderung ein (aktuell 4 % des Vorjahres-Bruttoeinkommens, mindestens 60 € p.a.) und investiere den Rest über ein reguläres Depot.
8. Steuerliche Aspekte im Altersvorsorgedepot
Steuern zu optimieren ist kein Luxus – es ist strategische Pflicht. Im Altersvorsorgedepot gelten besondere Regeln, die du kennen musst.
Steuerstundungseffekt nutzen
Im Altersvorsorgedepot wachsen deine ETF-Gewinne steuerfrei an. Du zahlst keine Abgeltungssteuer auf Kursgewinne oder Dividenden während der Ansparphase. Erst bei der Auszahlung im Rentenalter wird Einkommensteuer fällig – und die ist in aller Regel niedriger als während der Erwerbsphase.
Beispiel: Wer mit 35 Jahren 25 % Einkommensteuer zahlt, aber mit 67 Jahren (aufgrund niedrigerer Renteneinnahmen) nur 18 %, profitiert doppelt: Steuerersparnis jetzt + günstigere Besteuerung später.
Thesaurierend vs. ausschüttend
Im Altersvorsorgedepot sind thesaurierende ETFs in der Aufbauphase klar zu bevorzugen. Dividenden werden automatisch wieder angelegt – ohne Steuerfälligkeit. Das maximiert den Zinseszinseffekt. In der Auszahlungsphase kannst du schrittweise auf ausschüttende ETFs umschichten.
Vorabpauschale beachten
Auch im Altersvorsorgedepot gilt seit 2025 die reformierte Vorabpauschale. Diese „Mindestbesteuerung“ für thesaurierende ETFs ist jedoch im geförderten Depot separiert und wird erst bei der Auszahlung vollständig verrechnet. Im Vergleich zum regulären Depot entsteht so kein unmittelbarer Liquiditätsdruck.
9. FAQ: Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot mit ETFs
Kann ich mein bestehendes ETF-Depot einfach in ein Altersvorsorgedepot umwandeln?
Nein, eine direkte Umwandlung ist nicht möglich. Du musst ein neues Altersvorsorgedepot bei einem qualifizierten Anbieter eröffnen und frisches Kapital einzahlen. Bestehende ETF-Anteile aus einem regulären Depot kannst du allerdings verkaufen und das Kapital (unter Beachtung der Steuern auf realisierte Gewinne) neu ins Altersvorsorgedepot einzahlen. Eine strategische Planung des Übertragungszeitpunktes – zum Beispiel in Jahren mit niedrigerem Gesamteinkommen – kann dabei Steuern sparen.
Welchen Anbieter soll ich für mein Altersvorsorgedepot wählen?
Im Jahr 2026 bieten mehrere Direktbanken und Neobroker zertifizierte Altersvorsorgedepots an, darunter ING, DKB, Trade Republic und Scalable Capital. Achte auf folgende Kriterien: keine oder sehr niedrige Depotgebühren, breites ETF-Angebot für Sparpläne, einfache Beantragung der staatlichen Förderung und gute Benutzerführung. Trade Republic und Scalable Capital haben 2025/2026 stark in die Altersvorsorge-Schnittstelle investiert und bieten besonders nutzerfreundliche Oberflächen für den Förderungsabruf.
Wie hoch sollte meine monatliche Sparrate im Altersvorsorgedepot sein?
Als Faustformel gilt: Investiere mindestens 15 % deines Nettoeinkommens für die Altersvorsorge insgesamt. Im Altersvorsorgedepot zahlst du zunächst den Mindestbetrag für die volle staatliche Förderung (ca. 4 % deines Vorjahres-Bruttoeinkommens). Den Rest kannst du flexibel aufstocken oder über ein reguläres ETF-Depot anlegen. Mit einem Nettoeinkommen von 3.000 € monatlich wären das etwa 450 € gesamt – davon rund 150–200 € gezielt ins geförderte Altersvorsorgedepot für den maximalen Steuervorteil.
Dein Fahrplan zur ETF-basierten Altersvorsorge
Du hast jetzt das Wissen – jetzt kommt der entscheidende Schritt: die Umsetzung. Die beste Strategie bringt nichts, wenn sie im Kopf bleibt. Hier ist dein konkreter Aktionsplan für die nächsten 30 Tage:
Schritt 1 – Rentenlücke berechnen (heute): Nutze den kostenlosen Rentenlückenrechner der Deutschen Rentenversicherung oder unabhängige Online-Tools. Wer seine Zahl kennt, handelt motivierter.
Schritt 2 – Anbieter auswählen und Depot eröffnen (Woche 1): Vergleiche die Konditionen von mindestens drei Anbietern (ING, DKB, Trade Republic, Scalable Capital). Eröffne dein Altersvorsorgedepot und stelle sicher, dass die Zulageberechtigung korrekt beantragt wird.
Schritt 3 – ETF-Auswahl und Sparplan starten (Woche 2): Für Einsteiger: Starte mit einem einzigen breit diversifizierten ETF – etwa dem Vanguard FTSE All-World (Acc) oder dem iShares MSCI World. Richte einen automatischen Sparplan ein. Fertig.
Schritt 4 – Förderung beantragen (Woche 3): Melde dich bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) an und bevollmächtige deinen Anbieter, die Zulage automatisch abzurufen. Das passiert einmalig und läuft dann automatisch.
Schritt 5 – Jährliches Rebalancing einplanen (dauerhaft): Trage dir in deinen Kalender ein: Einmal im Frühjahr und einmal im Herbst checkst du dein Depot. Passt die Gewichtung noch? Stimmt die Sparrate mit deiner Lebenssituation überein? Mehr brauchst du nicht.
Die Altersvorsorge mit ETFs ist kein Hexenwerk. Sie erfordert keine tägliche Aufmerksamkeit, keinen Finanzberater mit Provision und keine komplizierten Produkte. Sie erfordert vor allem eines: den ersten Schritt und dann die Disziplin, dabei zu bleiben.
Das Altersvorsorgedepot ist Teil einer größeren Transformation des deutschen Rentensystems – hin zu mehr Eigenverantwortung, mehr Transparenz und mehr Rendite für den Einzelnen. Wer diese Chance jetzt nutzt, gibt sich selbst das Geschenk eines selbstbestimmten Ruhestands.
Und jetzt die entscheidende Frage an dich: Wann genau wirst du deinen ersten Sparplan starten – diese Woche, oder wartest du noch?
Article reviewed by Elena Petrova, Expertin für regulatorische Strategien im Bereich Fintech und Lizenzen für digitales Bankwesen, on Mai 29, 2026
